Beim "Effizienzfabrik-Treff vor Ort" in München besuchte der VDMA-Landesverband Bayern im Rahmen der ERFA-Reihe „Ressourceneffiziente Produktionstechnik“ die Lernfabrik für Energieproduktivität.

EF Treff vor Ort MünchenWie finde ich die Energieeffizienzpotenziale in meinem Unternehmen ? Diese Frage stand am 24. Mail 2011 im Mittelpunkt des Erfahrungsaustausches „Ressourceneffiziente Produktionstechnik“ in München Garching. Die Teilnehmer trafen sich am Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) der Technischen Universität München und konnten dort die Lernfabrik für Energieproduktivität (LEP) besichtigen. 

5 Milliarden Energiekosten könnten im Schnitt gespart werden

Würden alle Potenziale zur Energieeinsparung ausgeschöpft, könnten im deutschen Verarbeitenden
Gewerbe bis zu 5 Milliarden Euro Energiekosten eingespart werden, so das Fazit von Simon Hirzel, Fraunhofer ISI, der die Stellschrauben und deren Potenziale im Einzelnen vorstellte.

Durch den Einsatz von Leichtbautechnologien können bis zu 15 Prozent des CO2-Ausstoßes von Kraftfahrzeugen eingespart werden. Im vom BMBF geförderten Projekt FlexWB wird ein Herstellungsverfahren bestimmter Kraftfahrzeugbauteile entwickelt, bei dem 20 bis 50 Prozent Energie eingespart werden können. Die Teile werden nur an den Stellen auf die erforderlichen 950 Grad erwärmt, wo dies auch wirklich notwendig ist.

Ein Werkzeug, das bereits vor der eigentlichen Konstruktion den Nutzen einer energieeffizienten Werkzeugmaschine darstellen kann, wird im Verbundprojekt e-Simpro entwickelt.
Dr. Mathias Rudolph, Siemens stieß mit seiner Darstellung auf reges Interesse bei den Zuhörern, da mit einem solchen Tool eine wichtige Verkaufsunterstützung zur Verfügung stünde.

Sensibilität bei den Schwellenländern noch nicht vorhanden

Obwohl alle Teilnehmer sowohl für die eigenen Produkte als auch für die eigene Produktion dem Thema Ressourceneffizienz eine sehr hohe Relevanz gaben, wurde in der anschließenden Diskussion deutlich, dass vor allen Dingen in den Neuen Märkten noch rein nach dem Anschaffungspreis entschieden wird. Die Kosten für den Energieverbrauch während der Nutzungsphase werden nicht in die Einkaufentscheidung einbezogen.  

Abwärmenutzung in der eigenen Produktion dagegen wird bereits stark umgesetzt. Die diskutierten Maßnahmen reichten von der Nutzung der Abwärme für die Heizungsanlage bis hin
zur Stromerzeugung. Die Ideen sollten nicht an den Grenzen der Fabrik halt machen. Neue Potenziale zur Beheizung von Schwimmbädern, öffentlichen Gebäuden etc. könnten auf diese Weise erschlossen werden.

Lernfabrik für Energieproduktivität zeigt direkte Erfolge der Optimierung 

EF Treff vor Ort MünchenBeim anschließenden Rundgang in der Lernfabrik für Energieproduktivität konnten sich die Teilnehmer über die Möglichkeiten, Studierende, Manager und Energieexperten zu schulen, informieren. Hier wird auf 200 qm der Produktionsprozess eines Stirnradgetriebes nachgebildet. Die Energieverbräuche der einzelnen Prozessschritte werden in Echtzeit angezeigt, sodass die Wirkung von Optimierungsmaßnahmen direkt nachvollzogen werden kann.  

Bildnachweis: Effizienzfabrik-Treff vor Ort in München (Quelle:TU München)