Effizienzfabrik-Treff "Energiemanagement in der Produktion" am 13. September 2011

Energieeffizienz ist ein TOP-Thema für produzierende Unternehmen. Um den Effizienzgedanken
nachhaltig in die betrieblichen Abläufe zu integrieren, ist ein intelligentes Energiemanagement unerlässlich. Es bietet die Möglichkeit, Energieflüsse systematisch zu erfassen, zu bewerten, und dient als Grundlage, um Maßnahmen zur besseren Ressourcennutzung abzuleiten. Auf dem Effizienzfabrik-Treff „Energiemanagement in der Produktion“ am 13. September 2011 trafen sich 50 Teilnehmer im VDMA, um mehr über dieses Thema zu erfahren und sich untereinander auszutauschen.

EF-Treff am 13. SeptemberGut besuchter Effizienzfabrik-Treff am 13. September 2011 im VDMA

Im Mittelpunkt des Vortragsteils standen ein Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen, Effizienznetzwerke sowie Berichte aus drei Verbundforschungsprojekten.  Gerald Orlik von der EffizienzAgentur.NRW gab in seinem Vortrag einen umfassenden Überblick über die gesetzlichen Regelungen und die relevanten Normen, die beim betrieblichen Energiemanagement eine wichtige Rolle spielen. Prof. Bradke vom Fraunhofer ISI berichtete über Effizienznetzwerke, die als informelles Instrument die Einführung von Energiemanagementmaßnahmen unterstützen.

Wie man in der Kautschukproduktion über 35 Prozent Energie einsparen kann, erklärte Dr.
Hanns-Ingolf Paul von der LANXESS Deutschland GmbH und Koordinator des Projekts INTEK. Im Verbundprojekt ENITEC arbeiten die Partner daran, 40 Prozent weniger Energie bei der Herstellung technischer Keramiken zu verbrauchen. „Die herkömmlichen Verfahren weisen eine durchschnittliche Energieeffizienz von nur fünf Prozent auf“ erläuterte Koordinator Dr. Friedrich Raether vom Fraunhofer Institut für Silikatforschung das Einsparpotenzial. Über ein Konzept zur optimalen Ansteuerung von Werkzeugmaschinen berichtete José Luiz Bittencourt von der Bosch Rexroth AG. Dieses Konzept, das im Verbundprojekt NCplus erarbeitet wird, sorgt ebenfalls für enorme Energieeinsparungen.

In interaktiven Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmer zu ausgewählten Themen. Insbesondere das Thema „Energiekennwerte“ – vom „Climate Footprint“ bis zum spezifischen Energieverbrauch – bot genügend Gesprächsstoff für einen intensiven Meinungsaustausch. Alle waren sich einig, dass es keinen universellen Kennwert gibt, sondern vielmehr eine individuelle Festlegung zielführend ist. Über die
Arbeitsgruppengespräche hinaus blieb noch viel Diskussionsbedarf übrig - ein guter Grund, den Austausch in Folgeveranstaltungen fortzusetzen.

Hier können Sie sich die Vorträge und weitere Dokumente herunterladen:

Veranstaltungsprogramm
Energiemanagementsysteme: Aufbau und Anforderungen, G. Orlik, EnergieAgentur.NRW
Effizienznetzwerke, Prof. Dr. H. Bradke, Fraunhofer ISI
Energiemanagement in der Verfahrenstechnik, Dr. H.-I. Paul, LANXESS Deutschland GmbH, INTEK
Energiemanagement in der Keramikverarbeitung, Dr. F. Raether, Fraunhofer ISC, ENITEC
Steuerungsseitige Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz von Werkzeugmaschinen, J. L. Bittencourt, Bosch Rexroth AG, NCplus
ISI Kurzstudie "Betriebliches Energiemanagement in der industriellen Produktion"
Protokoll der Arbeitsgruppensitzungen

Quelle der Fotos: Effizienzfabrik