Dr. Claudia Rainfurth
Projektleiterin
Forschungskuratorium Maschinenbau e.V. im VDMA
Lyoner Straße 18
60528 Frankfurt am Main
Tel.: 069 6603-1876
Fax: 069 6603-1673
claudia.rainfurth@vdma.org
Wo steht die Technik heute? An welchen Innovationen wird derzeit gearbeitet und in welche Richtung werden sich Oberflächen-Technologien zukünftig entwickeln? Antworten auf diese Fragen bekamen die Teilnehmer des Effizienzfabrik-Treffs am 15. November 2011 im VDMA in Frankfurt am Main.
Reger Gedankenaustausch beim Effizienzfabrik-Treff am 15. November 2011 im VDMA
Oberflächentechnik ist eine wichtige Schlüsseltechnologie, insbesondere wenn es darum geht, Produkte oder Bauteile ressourceneffizienter zu gestalten. Darüber waren sich alle Teilnehmer des Effizienzfabrik-Treffs „Ressourceneffiziente Oberflächentechnik“ einig. 40 Experten diskutierten am 15. November 2011 im VDMA über Innovationen und technische Entwicklungstrends. Auf der Agenda der Veranstaltung, die die VDMA-Fachabteilung Oberflächentechnik und die Effizienzfabrik gemeinsam organisierten, standen neben einem Technologieüber- und –ausblick Präsentationen der Ergebnisse der Verbundforschungsprojekte aus dem Themenfeld „Funktionale Oberflächen“ des BMBF-Förderschwerpunkts „Ressourceneffizienz in der Produktion“.
Langlebige und leistungsfähige Produkte dank innovativer Oberflächentechnik
Stefan Scherr vom Projektträger Karlsruhe unterstrich in seiner Einführung die Bedeutung der Funktionalen Oberflächen für die Produktionstechnik. Ein Statement, an das Dr. Georg Erkens von der Sulzer Metaplas GmbH nahtlos anknüpfen konnte. In seinem Technologieausblick aus Industrieperspektive erklärte er, dass beispielsweise die Reibungsreduktion in der Automobilindustrie ein wichtiges Zukunftsthema sein wird. Es geht vor allem darum, Produkte langlebiger, leistungsfähiger und sicherer zu machen.
In ihrem Vortrag ging Prof. Dr. Kirsten Bobzin vom Institut für Oberflächentechnik der RWTH Aachen besonders auf die Bedeutung der Oberflächentechnik im Bereich der Verbrennungskraftmaschinen ein. Bereits heute spart der Einsatz innovativer Beschichtungen weltweit eine Million Liter Kerosin pro Stunde; dies entspricht dem Kraftstoff für etwa 14 Millionen PKW-Fahrkilometer.
Innovative Lösungen für unterschiedlichste Anwendungen
Dr. Michael Thomas vom Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik stellte das
Verbundprojekt P3T vor. Hierin entwickeln die Projektpartner Verfahren zur Bearbeitung und Beschichtung von flexiblen Leiterplatten, Biosensoren und RFID-Antennen.
Um Mikrobrennstoffzellen im Vergleich zu Lithium-Ionen-Akkus konkurrenzfähig zu machen, ist es erforderlich, den Edelmetall- und vor allem den Goldanteil zu verringern. Dr. Volker Meywald von der Dr.-Ing. Meywald GmbH & Co. KG und Dr. Stefan Wagner vom Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration schilderten hierzu den LOKEDEL-Ansatz, der bereits vielversprechende Edelmetall-Reduktionsraten von bis zu 85 Prozent ermöglichte.
Über den Einsatz von mikrostrukturierten Hybridoptiken in Straßenleuchten im Rahmen des Verbundprojekts OPTILIGHT berichteten Philip Kolb vom Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Ulrich Schlupkothen von der STAWAG AG.
Wie man mithilfe von nanostrukturierten Oberflächen die Eisbildung an Flugzeugtragflächen verhindern kann, erläuterte Dr. Michael Haupt vom Fraunhofer Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik. Im Verbundprojekt NANODYN werden dazu Fertigungsverfahren für plasmabeschichtete Polyurethan-Folien entwickelt.
Über erfolgreiche Tests mit neuentwickelten nanostrukturierten Mikrofiltern zur Wasseraufbereitung berichtete Dr. Ilka Gehrke vom Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits-
und Energietechnik. Im nächsten Schritt wollen die Nanoefficiency-Projektpartner die Einspareffekte der neuen Technologie quantifizieren.
Stephan Eifel vom Fraunhofer Institut für Lasertechnik stellte erste Ergebnisse des Verbundprojekts Smartsurf vor. Mithilfe einer neuen Lasertechnik können die Oberflächen hochbelasteter Bauteile mikrostrukturiert werden. Die Projektpartner konnten bereits vielversprechende Ergebnisse bereits erzielen; es gelang der Nachweis einer 25 prozentigen Reibungsverminderung bei Motorkolben.
Einen Ansatz zur DLC (Diamond-Like-Carbon) Beschichtung von Aluminiumbauteilen stellte Tobias Slawik vom Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik vor. Mit den Prüfstandstests werden die ODPat-Projektpartner in Kürze beginnen.
Die abwechslungsreichen Vorträge sorgten dafür, dass das große Interesse der Teilnehmer bis zum Veranstaltungsende erhalten blieb. „Oberflächen sind extrem wichtige Enabler für die ressourceneffiziente Produktion“ lautete deshalb das Resümee von Dr. Claudia Rainfurth, Projektleiterin der Effizienzfabrik, und Dr. Martin Riester, Leiter der Fachabteilung Oberflächentechnik im VDMA.
Kontakt:
Dr. Martin Riester
VDMA Oberflächentechnik
Telefon +49 69 6603-1290
martin.riester@vdma.org
Hier können Sie sich die Vorträge und weitere Dokumente herunterladen:
Programm
Vorstellung Effizienzfabrik, Dr. C. Rainfurth, VDMA
Vorstellung BMBF, S. Scherr, Projektträger Karlsruhe
Ressourceneffiziente Oberflächentechnik - Prozesse und Oberflächen: Bestandsaufnahme der Industrie, Dr. G. Erkens, Sulzer Metaplas GmbH
P3T - Modulares Anlagenkonzept zur kontinuierlichen Fertigung von flexiblen Leiterplatten, RFID-Antennen und Biosensoren, Dr. M. Thomas, Fraunhofer IST
LOKEDEL - Effiziente Fertigungstechnik zur Oberflächenveredelung, Dr. S. Wagner, Fraunhofer IZM; Dr. V. Meywald, Dr.-Ing. Meywald GmbH & Co. KG
OPTILIGHT - Effiziente Fertigung von Hybridoptiken, P. Kolb, Fraunhofer IPT
NANODYN - Effiziente Fertigung plasmastrukturierter Oberflächen, Dr. M. Haupt, Fraunhofer IGB; Dr. H. Hilgers, Cerobear GmbH
Nanoefficiency - Effiziente Wassertechnik mit funktionalen Oberflächen, Dr. I. Gehrke, Fraunhofer UMSICHT
Smartsurf - Funktionale Oberflächenbehandlung durch Lasertechnik, S. Eifel, Fraunhofer ILT
ODpat - Duplex-Plasma-Oberflächenbehandlung von Aluminiumkolben, T. Slawik, Fraunhofer IWM
Quelle der Fotos: Effizienzfabrik