ESKAM auf Achse in Hannover

25.04.2016 Presse

Eine Drehzahl von 20.000 Umdrehungen pro Minute, ein maximales Drehmoment von 45 Newtonmeter, eine maximale Leistung von 32 Kilowatt und ein Gewicht von 25 Kilogramm – so lassen sich die wichtigsten Fakten des neuen ESKAM-Achsantriebsmodul zusammenfassen. Seit heute können es die Besucher der Hannover Messe auf dem MobiliTec-Gemeinschaftsstand kennenlernen. „Nach drei Jahren Forschungsarbeit in unserem Konsortium sind wir stolz darauf, dass wir einen so leistungsfähigen Elektroantrieb serientauglich entwickelt konnten“, resümiert Wolfgang Pflug, Vorstand der Groschopp AG und Koordinator des Verbundprojekts ESKAM. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das ESKAM-Projektkonsortium, zu dem sechs weitere mittelständische Industrieunternehmen sowie vier Forschungsinstitute gehören, im Rahmen der Bekanntmachung „Serienflexible Technologien für elektrische Antriebe von Fahrzeugen“ finanziell unterstützt.

Innovatives Motordesign und Leichtbautechnologien

Die Basisidee ist, den Elektroantrieb in das Achsmodul zu integrieren. Als Motoren kommen zwei schnelllaufende fremderregte Synchronmaschinen zum Einsatz, die sich durch eine hohe Leistungsdichte und einen energie- und wirkungsgradoptimalen Betrieb auszeichnen. Das Getriebe ist zweistufig aufgebaut – die erste Stufe besteht aus einer schräg verzahnten Planetenstufe, der eine bogenverzahnte Kegelradstufe folgt. Die Antriebsentwärmung erfolgt mithilfe einer Ölkühlung für Rotor, Stator und Getriebe. Zwei gleichwertige Regler steuern die E-Maschinen unabhängig, sodass auf ein Differenzial verzichtet werden kann und das Fahr-zeug auch mit nur einer Antriebsseite manövrierfähig bleibt. Durch neuartige Hohlwellen- und Verzahnungstechnologien, die auch für eine Großserie geeignet sind, lassen sich bis zu 30 Prozent Einsatzmaterial einsparen, das Bauteilgewicht reduziert sich um bis zu 25 Prozent, die Herstellkosten sind um bis zu 15 Prozent geringer.

Skalierbarkeit ermöglicht vielfältigen Einsatz

„Um die Einsatzmöglichkeiten des ESKAM-Moduls vielfältig zu gestalten, haben wir auf die Skalierbarkeit großen Wert gelegt“, erläutert Pflug ein weiteres wichtiges Technologiemerk-mal. Unterschiedliche technologische Maßnahmen, wie z.B. die Verlängerung des aktiven Eisens im Motor, der Einsatz angepasster Radsätze im Getriebe oder die Vergrößerung der Steuerelektronik durch eine Erweiterung um zusätzliche elektronische Bauelemente machen diese Anpassungsfähigkeit möglich. Zudem lässt sich der Antrieb in die Vorder- oder in die Hinterachse sowie in beide Achsen einbauen. Die im Projekt entwickelten Demonstratoren haben bereits einen erfolgreichen Praxistest beim Einsatz in Kommunalfahrzeugen absolviert. Aufgrund ihrer Skalierbarkeit kann die ESKAM-Technologie auf andere Fahrzeugvarianten bis hin zu Bussen und Trucks übertragen werden. Interessenten finden das Antriebsmodul in der Halle 27 am Stand E70.

Wolfgang Pflug Koordinator

Groschopp AG Greefsallee 49
41747 Viersen
02162 374-102 pflug@groschopp.de
Eine gemeinsame Initiative von Bundesministerium für Bildung und Forschung VDMA